Projekttag

„Was ist mit mir los?“ – Entwicklung in der Pubertät

(Klassen 6a und 6b der Gemeinschaftshauptschule Kirchhundem)

 

 

 

Im Januar fand für die Klassen 6a und 6b ein besonderes Projekt zum Thema Sexualkunde statt.  Dieser Schultag wurde von Mitarbeiterinnen von „Mirjam“, einer Beratungsstelle für Schwangere in Olpe, durchgeführt und war der Einstieg in die Unterrichtsreihe Sexualkunde des Biologieunterrichts.

 

Ziel dieses Projekttages war es, in die Thematik Sexualität einzuführen, bekannte Begriffe zu benennen, deren Bedeutung zu verstehen und eine erste Reflexion zu Einsatz und Wirkung dieser sexuellen Begriffe vorzunehmen. Zudem bekamen die Schülerinnen und Schüler Gelegenheit Fragen zu stellen und sich Gedanken über das eigene und das andere Geschlecht zu machen.

 

Die Jungen und Mädchen konnten in Kleingruppen über schöne und unschöne Begriffe für männliche und weibliche Geschlechtsmerkmale und den Geschlechtsverkehr abstimmen. Es fiel auf, dass Mädchen andere Begriffe mögen als Jungen und dass Jungen häufig Spaß daran haben, viele Begriffe zu kennen und neue zu kreieren.

 

In geschlechtsspezifischen Halbgruppen konnten die Schülerinnen und Schüler viele Fragen stellen und von ihren Eindrücken berichten. Sie konnten den zeitlichen Vergleich der körperlichen Entwicklung vom Mädchen zur Frau und vom Jungen zum Mann nachvollziehen. Wichtig wurde, dass der Startschuss zu dieser Entwicklung bei jedem Menschen zu einem anderen Zeitpunkt kommt, dass aber alle drankommen und dass es normal ist, dass diese Entwicklung von Jugendlichen zu Jugendlichen unterschiedlich schnell verläuft. Manchmal scheint es auch Pausen zu geben. Außerdem laufen parallel ebenfalls bedeutsame geistige und emotionale Reifeprozesse ab, die ganz schön aufregend sind und auch mal dazu führen können, dass man sich selbst nicht versteht und sich unnormal vorkommt.

Später galt es, sich drei Fragen an die andere Geschlechtsgruppe zu überlegen und die drei Fragen der anderen Gruppe zu beantworten. In der Schlussrunde im Klassenverband wurden die Antworten vorgetragen und es gab einen lustigen Film, der die Veränderungen der aufregenden Pubertätsjahre zusammenfasste.

 

Die „Mirjam“-Beraterinnen möchten mit ihrem Konzept einen Grundstein zur Vorbeugung von ungewollten Teenagerschwangerschaften und sexuell übertragbaren Krankheiten legen. Es soll um selbst bestimmtes und verantwortliches Entdecken von Sexualität gehen. Schon in der Pubertät soll zum sensiblen Umgang miteinander, zu Rücksicht und Verantwortung angeregt werden, aber auch Hilfs- und Unterstützungsangebote sollen benannt werden, damit eigene Grenzen und die der anderen respektiert werden. Die Schülerinnen und Schüler glänzten durch gutes Wissen über Fachbegriffe und konnten restliche Missverständnisse ausräumen. Es bewegten sie wichtige Fragen an das andere Geschlecht und zum gelingenden Zusammenleben von Jungen und Mädchen.

 

Die große Offenheit und das lebendige Interesse der Klasse sowie die eindrucksvollen Ergebnisse des Veranstaltungstages zeigen, wie notwendig und sinnvoll eine rechtzeitige, wertschätzende und kompetente Sexualaufklärung ist und wie hoch der Gesprächsbedarf der Mädchen und Jungen zu diesem Thema.

(15.01.2010     Steffi Rohrmann)